Der FC Schalke 04 ist bereits am 3. Spieltag der Gruppenphase des UEFA-Cups vorzeitig in die Runde der letzten 32 eingezogen. Vor 51.179 Zuschauern feierten die Knappen in der Arena AufSchalke einen verdienten 2:0 (2:0)-Sieg gegen Ferencvaros Budapest. Ein Eigentor von Gabor Gyepes (15.) sowie ein Treffer von Levan Kobiashvili (40.) sorgten für die Treffer.
„Ändere nie eine siegreiche Mannschaft“ – nach dieser Devise verfuhr Trainer Rangnick im Spiel gegen den ungarischen Meister. So begann wie beim 3:0 bei Bayer Leverkusen am vergangenen Samstag erneut Sven Vermant für Christian Poulsen, besetzte Thomas Kläsener die rechte Seite in der Abwehrkette.
Gegen die erwartet defensiven ungarischen Gäste kombinierten die Knappen von Beginn an flüssig, suchten nach Lücken in der Hintermannschaft der Gäste. Den ersten Schuss auf das Tor von Lajos Szücs gab es nach neun Minuten: Sven Vermant spielte Ailton frei, der aus 18 Metern über das Tor zielte. Auf der anderen Seite probierte es Aleksander Bajevski aus 22 Metern halbrechter Position, verfehlte aber ebenfalls (11.). Dann eroberten Ebbe Sand und Gerald Asamoah den Ball nach einer schon abgewehrten Ecke zurück, Ailtons Flanke geriet eine Idee zu lang für Asamoah (14.)
Eine Minute später schlüpfte Thomas Kläsener unerwartet in die Rolle des Vorbereiters. Seinen Einwurf von der rechten Seite köpfte Innenverteidiger Gabor Gyepes – bedrängt von einem Mitspieler – unhaltbar für den eigenen Torhüter zum 1:0 ins lange Eck (15.). Eine Führung, die aus heiterem Himmel fiel, die sich die Mannschaft von Trainer Rangnick aber durch einen engagierten Spielbeginn verdient hatte.
In der Folgezeit kamen die Knappen zunächst nur noch einmal zum Zug: Ebbe Sand versetzte zum wiederholten Mal einen Gegenspieler, schoss aber aus 25 Metern am linken Pfosten vorbei (21.). Doch anschließend tat sich eine Viertelstunde nichts. Zeit, in der sich Ferencvaros formieren und langsam eigene Angriffszüge etablieren konnte. Das Ergebnis war eine große Ausgleichschance: Gabor Zavadszky setzte sich im Strafraum gegen Krstajic durch, scheiterte aus acht Metern halbrechter Position am exzellent reagierenden Torhüter Frank Rost, der den Ball parierte, so dass ihn Marcelo Bordon anschließend aus dem Strafraum schlagen konnte. Eine Minute später wehrte der Schalker Kapitän einen 30-Meter-Freistoß von Peter Lipscei sicher ab (37.).
Nun entwickelten die Schalker wieder Eigeninitiative, wobei ihnen die Budapester die nächste „Hundertprozentige“ vorlegten. Ailton erlief eine verunglückte Kopfball-Rückgabe, scheiterte aber aus zehn Metern an Szücs. Doch der 31-Jährige musste sich nicht mehr als zehn Sekunden grämen. Da bekam er den Ball von Lincoln zurück, legte für Levan Kobiashvili auf, der den Ball aus 14 Metern mit dem Außenrist überlegt zum 2:0 in äußerste rechte Eck schlenzte (40.). In den Torjubel mischte sich allerdings auch ein Wermutstropfen, denn Marcelo Bordon musste verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam Tomasz Waldoch.
Unmittelbar nach dem Wechsel hätte Lincoln mit einer Kopie seines Treffers in Leverkusen beinahe ausgebaut. Torhüter Szücs fischte seinen Freistoß aus 25 Metern aus dem Winkel (47.). Die nächste gute Chance zur Resultatsverbesserung bot sich Ailton, der nach Pass des eingewechselten Hamit Altintop aus zehn Metern halblinker Position Szücs anschoss (59.). Und das dritte dicke Ding wollte ebenfalls nicht über die Linie. Der ebenfalls zur Halbzeit eingewechselte Christian Poulsen brachte Asamoah mit einem schnell ausgeführten Freistoß aus der eigenen Hälfte in aussichtsreiche Position. Der Nationalspieler hielt sich zwar gleich zwei Kontrahenten im Laufduell erfolgreich vom Leib, jagte den Ball aber aus sieben Metern über die Latte (61).
Dann lag der Ball plötzlich im Tor von Frank Rost. Doch Denes Rosa befand sich beim Schuss aus 15 Metern im Abseits, so dass der Schalker Torhüter gar nicht mehr richtig reagierte. Dies musste er aber, um einen Freistoß von Peter Lipcsei aus 20 Metern aus dem linken Winkel zu holen (70.). Im Gegenzug fand Kobiashvili mit einem tollen Pass Ailton, der jedoch aus sechs Metern wieder an Szücs scheiterte (71.).
Noch einmal bot sich den Gästen die Möglichkeit zum Anschlusstreffer – und noch einmal hatte Frank Rost etwas dagegen: Erst wehrte er einen Schuss von Robert Vagner ab, dann parierte er auch den Nachschuss von Daniel Tözser aus nur sechs Metern (80.). Die Botschaft kam bei den Knappen an. In den letzten zehn Minuten spielten sie wieder konzentrierter und hätten das Ergebnis noch höher schrauben können. Doch nach tollem doppelten Doppelpass zwischen Kobiashvili und Ailton wurde der letzte Pass des Georgiers auf den Angreifer abgefangen (81.), Poulsens präzise Flanke köpfte Asamoah aus sieben Metern am rechten Pfosten vorbei – Szücs wäre diesmal ohne Abwehrmöglichkeit gewesen (83.). Schließlich durfte es Ailton nach Zuspiel von Lincoln ein letztes Mal versuchen. Doch sein Schuss aus 14 Metern wurde über das Tor abgefälscht (89.).
Da im anderen Spiel der Gruppe A am späteren Donnerstagabend Heart of Midlothian beim FC Basel mit 2:1gewann, ist den Knappen mindestens der 3. Gruppenplatz und damit das Weiterkommen in die Runde der letzten 32 (16. und 24. Februar 2005) gesichert.