Die Hoffnung auf den Gruppensieg im UEFA-Cup musste der FC Schalke 04 am Mittwoch in Rotterdam begraben. Bei Feyenoord unterlagen die Knappen trotz der frühen Führung durch Mike Hanke (7.) nach zwei Treffern von Salomon Kalou (33. und 41.) mit 1:2.
Im Stadion Feijenoord gab es drei Tage nach dem 2:1-Heimsieg in der Bundesliga gegen Arminia Bielefeld gleich vier Veränderungen in der Schalker Startformation: Für den in Gelsenkirchen gebliebenen Marcelo Bordon rückte Tomasz Waldoch in die Innenverteidigung. Im Mittelfeld bot Trainer Rangnick den genesenen Niels Oude Kamphuis sowie Sven Vermant anstelle von Lincoln und Gerald Asamoah auf. Im Angriff durfte sich Mike Hanke an der Seite von Ailton bewähren. Die Knappen reisten übrigens schließlich doch mit 18 Spielern in die Niederlande. Auch Fabian Lamotte und Tim Hoogland saßen wie Michael Delura, Kai Hesse, Sand, Asamoah und Ersatztorhüter Christofer Heimeroth auf der Reservebank.
Die Partie in Rotterdam begann für die Knappen optimal. Gleich der erste Eckball brachte die Führung für die Knappen. Christian Poulsen verlängerte eine Ecke von Sven Vermant und im folgenden Getümmel bugsierte Mike Hanke den Ball aus kürzester Distanz zum 0:1 über die Linie (7.). Eine Führung, die verdient war, denn die Schalker bestimmten eindeutig das Geschehen gegen zunächst harmlos und träge agierende Hausherren. Daran konnte auch ein 25-Meter-Freistoß von Dirk Kuyt nichts ändern, den Torhüter Frank Rost über die Latte lenkte (16.). Fast hätte der zweite Eckball den zweiten Treffer gebracht, doch Poulsen köpfte nach der erneuten Hereingabe von Vermant aus fünf Metern knapp über die Latte (20.).
Die nächste Möglichkeit bot sich ebenfalls den Königsblauen. Hanke legte per Kopf für Ailton auf, der aber aus 15 Metern zu überhastet abschloss (32.). Im Gegenzug der überraschende Ausgleich: Salomon Kalou wurde durch einen Fehlpass von Poulsen ins Spiel gebracht, dribbelte sich durch und ließ Rost mit einem Schuss ins rechte Eck keine Chance: 1:1 (33.). Keine zwei Minuten später hätten die Schalker wieder in Führung liegen müssen. Mike Hanke jagte einem scheinbar aussichtslosen langen Ball hinterher, gewann das Duell gegen Patrick Paauwe und hatte nun freie Bahn. Doch aus zehn Metern scheiterte der U21-Nationalspieler am glänzend reagierenden Feyenoord-Torhüter Patrick Lodewijks (35.).
Aber es kam noch schlimmer für die Knappen: Zunächst durfte der niederländische Nationalspieler Kuyt ungehindert von der rechten Seite flanken, dann Kalou aus sechs Metern ebenso frei zum 2:1 einköpfen (41.). Und fast hätten die Rotterdamer diesen Vorsprung noch ausgebaut. Diesmal bediente Kalou Kuyt, der aus 14 Metern nur deshalb nicht traf, weil Rost mit einer Fußabwehr rettete (44.).
Zur Halbzeit gab es Veränderungen: Trainer Rangnick wechselte mit Gerald Asamoah einen weiteren Angreifer ein, die Rotterdamer trugen nun Trauerflor, da die Nachricht die Runde gemacht hatte, dass Prinz Bernhard der Niederlande wenige Minuten zuvor verstorben war. In der 50. Minute die große Ausgleichschance: Mit einem Hackentrick spielte Oude Kamphuis Hanke frei, der sich völlig frei aus zwölf Metern die Ecke aussuchen konnte, jedoch zwar hart schloss, aber genau Lodewijks traf, der zur Ecke abwehren konnte. Und noch einmal Hanke hatte den Ausgleich auf den Fuß. Der 21-Jährige versetzte seinen Gegenspieler am rechten Strafraumeck, lief ungehindert ein paar Meter und schoss dann fulminant, jedoch ungenau am rechten oberen Eck vorbei (67.). Trainer Rangnick hatte zu diesem Zeitpunkt mit Ebbe Sand und Michael Delura weitere Offensivkräfte gebracht.
Feyenoord blieb aber weiterhin bei seinen Kontern gefährlich. So kam Kuyt aus 14 Metern zum Abschluss, Altintop wehrte noch zur Ecke ab (74.). Eine Minute später fuhr das Team von Ruud Gullit nach einer abgewehrten Ecke einen Konter: Bart Goor passte auf den eingewechselten Thomas Buffel, der aus zwölf Metern jedoch über die Latte schoss. Dann bediente Romeo Castelen nach einem weiteren Konter Kuyt mit einem Querpass, Altintop verhinderte ein sicheres Tor.
Ein letztes Mal war aber ein 2:2 möglich: Als Levan Kobiashvili nach einer Ecke aus 25 Metern abzog, zischte der Ball denkbar knapp über die Latte. Ein Remis hätten die Knappen benötigt, um noch eine Chance auf den Gruppensieg zu haben. Mit dem 2:1-Sieg zogen die Rotterdamer mit nun ebenfalls sieben Punkten an Schalke vorbei, qualifizierten sich für die nächste Runde und haben mit insgesamt 6:2 gegenüber 5:3-Treffern auch das bessere Torverhältnis. Zwar könnten die Schalker vorbei ziehen, sollte Feyenoord in seinem letzten Gruppenspiel beim FC Basel mit drei Toren Unterschied verlieren. Doch in diesem Fall wäre der Schweizer Meister, der zur gleichen Zeit 2:1 bei Ferencvaros gewann und nun vier Punkte aufweist, Gruppensieger.