FC Schalke 04 - FC Sevilla

0:0 gegen Sevilla – Rot für Krstajic

Statistik

Noch ist für die Knappen nichts verloren, aber das Rückspiel wird eine harte Nuss: Im Hinspiel des UEFA-Cup-Halbfinales musste sich Schalke 04 mit einem 0:0 gegen den FC Sevilla begnügen. Besonders bitter für die Königsblauen: Mladen Krstajic sah die rote Karte.

Gegen die Andalusier begann Trainer Slomka mit Sören Larsen als einziger Sturmspitze, die von einem offensiven Mittelfeldtrio in der Besetzung Gerald Asamoah, Hamit Altintop und Gustavo Varela unterstützt wurde. Nach hinten sicherten Christian Poulsen und Fabian Ernst das Quartett ab. In der Abwehrkette verteidigten Rafinha und Levan Kobiashvili außen, Marcelo Bordon und Mladen Krstajic innen.

Dieser Schalker Formation stellte sich keine leichte Aufgabe. Denn Sevilla war natürlich vor allem darauf bedacht, kein Gegentor zu kassieren und hatte häufig bis auf die Stürmer Javier Saviola und Frederic Kanoute alle Spieler hinter dem Ball. Dennoch erspielten sich die Knappen gleich zu Beginn eine gute Torchance: Sören Larsen legte Rafinhas Flanke mit dem Kopf ab, Gerald Asamoah zwang Sevillas Torhüter Andres Palop mit einem Linksschuss aus zwölf Metern zu einer Parade (8.). Das wäre auch Gustavo Varela zu wünschen gewesen, als der nach einer flüssigen Kombination über mehrere Stationen von Altintop freigespielt wurde. Der uruguayische Nationalspieler verzog jedoch etwas überhastet aus 18 Metern (21.).

Nun zeigten die Gäste, dass sie nicht nur verteidigen wollten. Saviola entledigte sich seiner Gegenspieler an der Mittellinie, konnte anschließend von Bordon am Strafraum gestoppt werden. Den Nachschuss setzte Jesus Navas nur einen Meter neben den rechten Pfosten – erleichtertes Aufatmen bei den 50.000 Schalkern in der Arena. Sevilla wurde immerhin von 3000 "aficionados" unterstützt. Navas besaß auch die nächste Chance, als er einen Konter mit einem Schuss aus zwölf Metern halbrechter Position abschloss. Rost war rechtzeitig unten und lenkte den Ball zur Ecke (38.). Allerdings hatten die Gäste zu diesem Zeitpunkt einen Dämpfer erhalten: Kanoute musste wegen Oberschenkel-Beschwerden vorzeitig ausgewechselt werden. Den letzten Aufreger gab es vor dem Tor der Andalusier. Eine Attacke gegen Larsen brachte Kapitän Javi Navarro nicht nur die dritte gelbe Karte und damit eine Sperre für das Rückspiel, sondern den Knappen auch einen Freistoß an der Strafraumgrenze ein. Diesen drosch Bordon jedoch in die Abwehrmauer (42.).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit brachte Trainer Slomka Lincoln für Hamit Altintop. Der zuletzt viel kritisierte Spielmacher meldete sich mit einer engagierten Leistung zurück und brachte Schwung in die Aktionen der Hausherren. Erstes Ergebnis war eine Serie von Eckbällen, bei denen die Schalker letztlich nicht zum Abschluss kamen. Auf der anderen Seite mussten sie weiterhin wachsam sein, denn nach jedem Abspielfehler fuhren die Andalusier ihre gefährlichen Konter. So musste Rafinha einmal gegen Puerta in höchster Not am eigenen Strafraum blocken (61.). Dann startete der trickreiche Navas sein Solo, schoss aus 14 Metern aber knapp am linken Torwinkel vorbei (66.). Kurios: Sevillas Torhüter Andres Palop traf in der 70. Minute den Videowürfel.

Die letzten 20 Minuten brachten nun Torszenen am Stück. So setzte sich Lincoln mit einem energischen Antritt auf der rechten Seite durch. Seinen Linksschuss aus zehn Metern konnte Palop aber halten (73.). Dann legte Larsen den Ball perfekt für Lincoln in den Lauf, der in den Strafraum stürmte, aber sein Abschluss aus sieben Metern war für einen Schuss zu unplatziert und für einen Querpass auf den mitgelaufenen Kevin Kuranyi – er war auch eingewechselt worden – eindeutig zu scharf (78.). Wenig später flankte Rafinha von rechts, Larsen angelte sich den Ball, war einen Moment frei, schoss jedoch aus zwölf Metern genau auf Palop (80.).

Dann ein Entsetzensschrei in der VELTINS-Arena: Krstajic hatte den Zweikampf gegen Navas schon gewonnen, wollte sich den nachsetzenden Spanier vom Leib halten und fuhr dabei den Ellbogen aus. Der fiel wie vom Blitz getroffen um. Schiedsrichter Ovrebo zeigte dem Serben die rote Karte (81.). Selbst in Unterzahl ließen die Knappen nicht nach. Lincolns Hereingabe von der rechten Seite konnte Palop mit Mühe zur Ecke lenken (83.). Diese brachte der Brasilianer selbst hinein, Bordon köpfte aus fünf Metern – Tor..., nein, Palop lenkte den Ball noch über die Latte (84.). Auf der anderen Seite erspielte sich Enzo Maresca mit einem Doppelpass eine völlig freie Schussbahn, doch der Italiener verzog aus 16 Metern deutlich (85.).

Nun folgte eine Szene, in der die Schalker wirklich mit den norwegischen Unparteiischen hadern durften. Als Zlatan Bajramovic Lincoln gekonnt freispielte, war der nicht im Abseits, wie es der Linienrichter anzeigte. Kuranyis folgendes Abstaubertor hätte zählen müssen (90.). Umgekehrt fuhr Navas einen weiteren schnellen Konter, Bordon preschte dazwischen, und der folgende Schuss von Luis Fabiano wurde zur Beute von Torhüter Frank Rost (92.).

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