Schalke steht wieder im Halbfinale des UEFA-Cups! Mit einem 1:1 (0:1) im Rückspiel gegen Levski Sofia sicherten sich die Knappen in der VELTINS-Arena den Einzug in die Runde der letzten Vier. Lincoln glich Emil Angelovs Führungstor aus. Nächster Gegner am 20. und 27. April ist der FC Sevilla.
Gegen den bulgarischen Tabellenführer musste Trainer Slomka nicht nur aufgrund der Gelbsperre von Fabian Ernst umstellen. Für den Nationalspieler rückte Zlatan Bajramovic ins Team. Zudem verteidigte Darío Rodriguez für Mladen Krstajic, der wegen seiner Oberschenkel-Probleme geschont wurde und lediglich auf der Bank saß.
Für einen begann die Partie denkbar unglücklich: Borislav Hristov – überraschend für Kapitän Elin Topuzakov in die Mannschaft gekommen – stürzte nach nur wenigen Sekunden in einem Zweikampf mit Kevin Kuranyi unglücklich auf die rechte Schulter und musste frühzeitig ausgewechselt werden. Dass die Gäste an ihre Chance glaubten, wurde allerdings schnell deutlich. Die erste große Chance bot sich Emil Angelov, der nach einem langem Pass in die Spitze schneller als Torhüter Frank Rost war, den Ball jedoch knapp links am leeren Tor vorbei hob (12.). Das war zunächst das Signal für die Knappen, ihre Offensiv-Bemühungen zu verstärken. Gerald Asamoah tankte sich im Sofioter Strafraum bis zur Grundlinie durch und flankte, doch Torhüter Georgi Petkov konnte den Kopfball-Aufsetzer von Kuranyi abwehren (14.). Eine Minute später strich ein Kopfball von Larsen nach einer Ecke von Lincoln knapp am rechten Pfosten vorbei, wo auch Darío Rodriguez nicht mehr an den Ball kam.
Es folgte die kalte Dusche: In einer Phase, in der sich Levski in aller Ruhe den Ball zuspielen konnte, gewann Veleri Domovchiyski auf der linken Schalker Strafraumseite den Zweikampf gegen Levan Kobiashvili, ging bis zur Grundlinie durch und legte mit viel Übersicht auf Emil Angelov zurück, der aus sechs Metern flach zum 0:1 einschoss (24.). Bis zum Wechsel ergab sich nur noch eine Torszene: Sören Larsen spritzte wie häufiger im ersten Durchgang in ein Abspiel, lief in Richtung Tor, verzog aber aus 14 Metern halblinker Position (30.).
Nach der Pause drängten die Königsblauen verstärkt auf einen eigenen Treffer. Die erste Chance erarbeitete Lincoln, der nach seiner Balleroberung sofort in die Gasse zu Kuranyi spielte. Der konnte nach gewonnenem Laufduell auf der linken Seite aber nicht mehr Torhüter Petkov überwinden, der aus seinem Gehäuse geeilt war (56.). Als die beiden Schalker drei Minuten später die Rollen tauschten, klappte es: Larsen verlängerte Kobiashvilis Einwurf per Kopf zu Kuranyi, der direkt auf Lincoln weiterleitete. Dieser setzte sich am Fünf-Meter-Raum geschickt durch und schoss im Fallen und in der Drehung zum 1:1 ins rechte Eck (59.).
Dies sorgte für allgemeine Nervenberuhigung, auch wenn sich Levski weiterhin geschickt verhielt, eben nicht „aufmachte“, sondern auf seine Chance wartete. Die war da, als Lucio Wagner mit einem Freistoß von der halblinken Seite Domovchiyski fand. Doch Kuranyi konnte den Schuss den 20-Jährigen noch zur Ecke blocken (72.). Dies war genauso wichtig wie Kobiashvilis Eingreifen beim Kopfball von Angelov. Nun packte Frank Rost zu und klärte die Situation endgültig (76.). Aber auch den Knappen boten sich noch zwei Möglichkeiten zum Siegtreffer. Larsen legte nach einer Ecke für Christian Poulsen auf, doch der verzog freistehend aus elf Metern völlig (74.). Und als sich der eingewechselte Ebbe Sand durchgewühlt hatte, bot sich Larsen die Schusschance. Petkov parierte im Nachfassen (84.).
Den Rest der Partie inklusive dreiminütiger Nachspielzeit spielten die Schalker sicher herunter. Unter dem Strich stand für sie der dritte Einzug in ein Europapokal-Halbfinale nach 1970 und 1997. Am 20. April empfängt man nun den FC Sevilla, der nach dem 1:1 bei Zenit Petersburg schon zwei Stunden zuvor in die nächste Runde eingezogen war. Das Rückspiel findet am 27. April in Andalusien statt.