Schade, Schalke 04. Die Königsblauen haben das Finale um den UEFA-Pokal verpasst. Nach einer 0:1-Rückspielniederlage nach Verlängerung beim FC Sevilla sind die Knappen im Halbfinale ausgeschieden.
Der eingewechselte Puerta sorgte in der 101. Minute für die Entscheidung, bescherte seiner Elf einen nicht unverdienten Erfolg und beendete den Traum der Knappen nach 1997 zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte in das Endspiel des UEFA-Cups einzuziehen.
Chef-Trainer Mirko Slomka änderte die Schalker Elf bei der Partie in Sevilla im Vergleich zum Spiel in Bremen auf nur einer Position. Der beim Gastspiel bei Werder gesperrte Gerald Asamoah kam für Hamit Altintop in die Partie und bildete mit Kevin Kuranyi eine Doppelspitze.
Die Gastgeber aus Sevilla begannen die Partie mit hohem Tempo und verbuchten durch Luis Fabiano (3.) und Saviola (5.) gleich zu Beginn zwei Möglichkeiten. Durch schnelles Spiel in die Spitzen brachten die Andalusier die Knappenabwehr in Bedrängnis, konnten Frank Rost aber nicht überwinden.
Die Königsblauen benötigten eine knappe Viertelstunde, um ins Spiel zu kommen. Erst dann gelang es Lincoln im Mittelfeld Akzente zu setzen. Allerdings blieben die Schalker Bemühungen ohne den gewünschten Erfolg, vermochten sie es nicht die gut postierte Abwehr der Spanier ernsthaft in Gefahr zu bringen.
Der Tabellensechste der Primera Division kombinierte im Mittelfeld gefällig und setzte die Offensivspieler Saviola, Luis Fabiano und Adriano gut in Szene. Adriano verzeichnete die nächste Möglichkeit der Gastgeber. Nach einem Pass von Luis Fabiano kam er im Strafraum aus spitzem Winkel zum Schuss, verzog aber knapp (24.). Drei Minuten später mussten die Königsblauen ebenfalls tief durchatmen als Luis Fabiano eine Hereingabe von David fünf Meter vor dem Tor verpasste.
Die Schalker ihrerseits konnten die Partie zwar offener gestalten, doch fehlte es vor dem Tor von Palop an Durchschlagskraft. Meist kombinierten die Knappen bis zum Strafraum ordentlich, doch der letzte Pass fand zu selten seinen Adressaten.
Auf der Gegenseite musste Frank Rost bis zur Pause bei zwei scharf geschossenen Freistößen von Marti auf der Hut seine, doch der Schlussmann der Königsblauen parierte beide Bälle.
Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit erwischten Andalusier den besseren Start und verzeichneten innerhalb von 60 Sekunden zwei gute Chancen. Zunächst konnte Dario Rodriguez nach einer Hereingabe vor dem einschussbereiten Saviola klären. Nach der anschließenden Ecke verpassten gleich zwei Sevilla-Angreifer eine Hereingabe von Saviola (54.).
Die Knappen taten sich zu Beginn des zweiten Spielabschnitts schwer im Spielaufbau, verloren zu leicht im Mittelfeld den Ball, so dass Sevilla Druck aufbauen konnte. Es dauerte erneut eine gute Viertelstunde bis die Schalker besser ins Spiel kamen und die Partie offener gestalten konnten. Nach einem schnellen Angriff über Lincoln kam Gerald Asamoah an den Ball, doch Palop parierte den Schuss des Nationalspielers (67.). Lincoln war auch der Ausgangspunkt für die nächste gute Szene der Knappen. Der Brasilianer brachte das Leder aus zentraler Position nach einem schönen Solo in den Strafraum auf Kevin Kuranyi, doch der deutsche Nationalspieler konnte dem herauseilenden Palop den Ball zwar aus den Händen spitzeln, doch konnte keiner der Knappen nachsetzen.
Nur zwei Minuten später wurde es auf der Gegenseite sehr gefährlich. Saviola flankte über Frank Rost hinweg, doch der sehr gut spielende Marcelo Bordon rettete und köpfte den Ball über das leere Tor.
In der Schlussphase erhöhte Mirko Slomka mit der Hereinnahme von Sören Larsen für Dario Rodriguez den Druck. Christian Poulsen rückte in die Viererkette und Larsen spielte fortan auf der linken Seite. Die Knappen gewannen in dieser Phase immer mehr Spielanteile und schafften es Sevillas Offensivspiel einzudämmen. Selbst erspielten sich die Schalker in der 87. Minute eine weitere Möglichkeit. Lincoln spielte den Ball 20 Meter vor dem Tor auf Fabian Ernst, der aus zentraler Position abzog, doch sein Schuss strich knapp über das Tor von Palop, so dass das Spiel nach torlosen 90 Minuten in die Verlängerung ging.
In der ersten Halbzeit der Verlängerung dominierten die Knappen das Spiel zu Beginn. Ebbe Sand, der für Gerald Asamoah in die Partie gekommen war, sorgte auf der rechten Seite für Belebung und auch im Mittelfeld bekamen Fabian Ernst und Gustavo Varela das Geschehen immer besser in den Griff. Und gerade in dieser Phase wurden die Schalker eiskalt erwischt. Mit dem ersten Angriff der Gastgeber in der Verlängerung kamen die Andalusier zur 1:0-Führung. Der eingewechselte Puerta stand nach einer Hereingabe von der rechten Seite im Schalker Strafraum frei und erzielte mit einer Direktabnahme aus halblinker Position das Tor für Sevilla.
Die Schalker warfen nun alles nach vorne und hatten durch einen Kopfball von Gustavo Varela nach einer Flanke von Lincoln eine sehr gute Möglichkeit, doch Palop parierte (112.). Drei Minuten später fand Marcelo Bordon im Schlussmann der Spanier seinen Meister, als er nach einem Freistoß von Lincoln aus sechs Metern zum Kopfball kam. So erfüllte sich der Traum vom zweiten UEFA-Cup-Finale nach 1997 für die Königsblauen leider nicht.