Die Vorzeichen für das Viertelfinal-Rückspiel im UEFA-Pokal könnten für den FC Schalke 04 kaum besser sein. Aufgrund einer besonders in der zweiten Hälfte starken Leistung und Treffern von Gustavo Varela, Lincoln und Gerald Asamoah kamen die Knappen bei Levski Sofia zu einem verdienten 3:1-Erfolg.
Beim Spiel in der bulgarischen Hauptstadt wechselte Mirko Slomka seine Mannschaft im Vergleich zum 2:2 gegen den VfL Wolfsburg auf insgesamt vier Positionen. Für den gesperrten Rafinha rückte Hamit Altintop auf die rechte Außenposition in der Viererkette. Marcelo Bordon kam für Dario Rodriguez in die Startformation und für Zlatan Bajramovic und Ebbe Sand spielten Sören Larsen und Gerald Asamoah.
Im mit 39.000 Zuschauer aus Sicherheitsgründen nicht ganz ausverkauften Vasil Leski Stadion erwischten die Schalker einen denkbar schlechten Start. Bereits nach sechs Minuten mussten die Spieler von Mirko Slomka das 0:1 hinnehmen. Hamit Altintop hatte den Ball 25 Meter vor dem eigenen Tor nicht behaupten können. Daniel Borimirov sicherte sich das Leder, drang in den Strafraum der Königsblauen ein und profitierte davon, dass weder Christian Poulsen und Mladen Krstajic noch Marcelo Bordon ihn entscheidend stören konnten. So markierte der ehemalige Bundesligaspieler von 1860 München mit einem Flachschuss aus zwölf Metern die frühe Führung für die Bulgaren.
Die Schalker wirkten etwas verunsichert und brauchten knapp zehn Minuten um wieder ins Spiel zu finden. In der 19. Minute zeigten die Knappen den bislang besten Angriff über Hamit Altintop und Fabian Ernst, doch der Drehschuss des deutschen Nationalspielers verfehlte aus 16 Metern den Kasten von Georgi Petkov. In dieser Phase übernahmen die Schalker mehr und mehr das Kommando und verbuchten ihre beste Möglichkeit, als ein Kopfball von Sören Larsen nach einem Eckstoß von Lincoln auf der Latte des Levski-Tores landete (25.). Der Däne, der wegen eines Foulspiels bereits nach 30 Sekunden die gelbe Karte gesehen hatte, konnte sieben Minuten später vom Glück sagen, dass Schiedsrichter Michael Riley es nach einem erneuten Foulspiel des Angreifers bei einer Ermahnung beließ. Bei dem aus dieser Situation resultierenden Freistoß zielte Lucio Wagner knapp neben das Tor von Frank Rost (32.).
Der englische Schiedsrichter stand in der nächsten Szene im Mittelpunkt. Nach einem Foul des bereits verwarnten Cedric Bardon an Levan Kobiashvili zeigte der Brite dem Sofia-Akteur Gelb-Rot (35.). Trotz der numerischen Überlegenheit kamen die Schalker im ersten Spielabschnitt nur noch zu einer Möglichkeit durch Marcelo Bordon, dessen Schuss aus 18 Metern von Petkov pariert wurde (43.).
Die zweite Halbzeit begannen die Königsblauen mit einem Paukenschlag: Keine zwei Minuten nach Wiederanpfiff gelang dem für Sören Larsen eingewechselten Gustavo Varela der Ausgleich. Nach einer Kombination zwischen Lincoln und Kevin Kuranyi kam Varela nach einem abgeblockten Schussversuch von Lincoln im Strafraum an den Ball und ließ Petkov mit seinem Schuss aus neun Metern keine Chance.
Trotz des Gegentores blieben die in Unterzahl agierenden Gastgeber gefährlich und sorgten besonders über die linke Seite für Gefahr. Valeri Domovchiyski eröffnete sich bei einem der Levski-Angriffe die beste Chance der Hausherren als er nach einem Steilpass frei vor Frank Rost auftauchte, doch der Schalker Schlussmann zeigte seine ganze Klasse, warf sich dem Angreifer entgegen und nahm ihm den Ball vom Fuß.
Die Königsblauen konnten dem Spiel trotz dieser Möglichkeit mehr und mehr den Stempel aufdrücken und kombinierten sicher. Lincoln führte gut Regie, Fabian Ernst, der den Knappen im Rückspiel wegen einer Gelbsperre fehlen wird, und Christian Poulsen zeigten im defensiven Mittelfeld eine gute Leistung. Auch die Defensive stabilisierte sich im zweiten Durchgang.
Spielmacher Lincoln war es vorbehalten den nächsten Glanzpunkt für die Mannschaft von Mirko Slomka zu setzen. Nach einem Pass von Christian Poulsen zirkelte der Brasilianer das Leder aus 18 Metern zur 2:1-Führung für die Königsblauen in das Levski-Gehäuses (69.). Die Gastgeber bäumten sich noch einmal gegen die drohende Niederlage auf und verzeichneten ihrerseits eine weitere Großchance. Doch auch in dieser Situation fand der eingewechselte Koprivarov, der fünf Meter vor dem Schalker Tor zum Schuss kam, im sehr gut aufgelegten Frank Rost seinen Meister.
Zehn Minuten nach dem Führungstor der Knappen sorgte der starke Gerald Asamoah für die Entscheidung. Nach einer Hereingabe von Lincoln köpfte Christian Poulsen das Leder an den Pfosten, den Abpraller versenkte „Asa“ mit seinem schwachen linken Fuß zur mittlerweile verdienten 3:1-Führung der Schalker. In der Schlussphase behielten die Königsblauen starke Nerven, ließen keine Möglichkeiten der Gastgeber mehr zu und brachten den Erfolg über die Zeit. Die 400 mitgereisten Anhänger feierten ihre Mannschaft, die nun im Rückspiel am 6. April in der VELTINS-Arena alle Chancen hat, den Einzug ins Halbfinale perfekt zu machen.