Ernüchterung auf Schalke nach einer verdienten Heimniederlage: Nach dem 0:2 (0:1) gegen Manchester City galt es für die Knappen, die Ursachen für den Verlauf der Partie aufzuarbeiten.
Dabei waren die Erwartungen an das Duell mit den Engländern sehr hoch gewesen. City, das auch ohne Superstar Robinho eine starke Elf aufbot, war vor dem Anpfiff unterstellt worden, mit den Gedanken eher beim anstehenden Derby gegen den Lokalrivalen Manchester United als beim UEFA-Cup zu sein. Beim Spiel auf Schalke signalisierten die Citizens allerdings von der ersten Minute an, es den Gastgebern mehr als schwer machen zu wollen.
Die Schalker starteten ihrerseits gegen die tief gestaffelten Gäste gar nicht einmal schlecht. "In der ersten halben Stunde war das Spiel eher neutral. Wir hatten ein, zwei Möglichkeiten, etwa durch Jermaine Jones", dachte Coach Rutten an die Szene, in der der Mittefeldspieler Citys Torhüter Joe Hart zu einer Klasseparade zwang (9.).
Aber schon kurz darauf ließen die Gäste ihre Gefährlichkeit bei Kontern über die schnellen Shaun Wright-Phillips, Stephen Ireland und Daniel Sturridge immer wieder aufblitzen. "Wir standen gut und wussten, wann wir die Konter setzen mussten", stellte Manchesters Trainer Mark Hughes zufrieden fest.
Eine dieser Möglichkeiten nutzte City durch Benjani zur Führung. "Das erste Tor war eine Kettenreaktion von Fehlern. Es gab den Ballverlust von Kevin Kuranyi, aber es war noch eine lange Strecke bis zu unserem Tor. Dann folgte jedoch ein individueller Fehler auf den nächsten", beschrieb Rutten die Entstehung aus Schalker Sicht treffend.
Das 0:1 war gleichbedeutend mit einem Bruch im Spiel der Hausherren. Von Minute zu Minute wurde deutlicher, dass den Knappen die Ideen fehlten, um das Bollwerk des Gegners zu durchbrechen. "Wir hatten das Spiel während der gesamten Zeit unter Kontrolle und haben es nicht zugelassen, dass Schalke Druck aufbaut", sagte Hughes zu dieser Phase.
Nach der Pause machten die Schalker Fans ihrer Enttäuschung auf den Rängen zunehmend Luft. Eine Verärgerung, die nach dem 0:2 durch Stephen Ireland (66.) nicht geringer wurde. "Wir haben nicht das Spiel gezeigt, um nach 90 Minuten der Sieger zu sein", so Rutten. "In der letzten halben Stunde fehlte der Glaube an ein Remis oder einen Sieg. Wir hatten die ein oder andere Möglichkeit, aber nicht mehr das Vertrauen, um das Tor zu machen." Tatsächlich misslang Pander der letzte Pass in einer aussichtsreichen Situation (69.), scheiterte Asamoah mit einem Kopfball aus bester Position (76.).
Damit war die Rechnung von Manchester City aufgegangen: "Es war auf dem Papier eine schwere Aufgabe für uns, aber am Ende konnten wir den Sieg relativ einfach erringen", stellte Mark Hughes fest. "Es war eine hervorragende Arbeit meines Teams in allen Mannschaftsteilen von der ersten bis zur letzten Minute." Ganz anders fiel die Wertung aus Schalker Sicht aus: "Ich denke, dass die Niederlage gerechtfertigt ist. Die Enttäuschung ist da, auch wenn wir gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt haben", so Rutten. "Das tut weh, aber wir können uns damit nicht zu lange aufhalten, denn Sonntag in Stuttgart haben wir wieder ein wichtiges Spiel."
Schalke: Neuer - Rafinha, Westermann, Bordon (73. Höwedes), Pander - Jones, Engelaar - Rakitic (63. Asamoah) - Farfan, Kuranyi, Altintop (80. Sanchez)
Manchester: Hart - Richards, Kompany, Dunne, Garrido (46. Ball) - Hamann - Vassell, Wright-Phillips, Ireland, Sturridge - Benjani (84. Jo)
Tore: 0:1 Benjani (32.), 0:2 Ireland (66.)
Schiedsrichter: Tudor (Rumänien)
Zuschauer: 54.142 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - Richards, Ireland