Twente - S04: Spielbericht

S04 nach 1:2 beim FC Twente auf Schützenhilfe angewiesen

"Wir sind derzeit in einer Situation, in der uns das Glück im Stich lässt", sagte Chef-Trainer Fred Rutten nach der 1:2 (0:1)-Auswärtsniederlage im letzten Gruppenspiel im UEFA-Cup beim FC Twente. Das Weiterkommen der Knappen im Europapokal hängt nun an einem seidenen Faden.

Am letzten Spieltag am 18. Dezember müssen die Schalker tatenlos zusehen und hoffen, dass die bereits für die nächste Runde qualifizierten Manchester City und FC Twente ihre Partien bei Racing Santander und Paris Saint-Germain jeweils nicht verlieren. In diesem Fall würden die Königsblauen wenigstens als Gruppendritter noch in die nächste Runde der letzten 32 Mannschaften einziehen.

In dieser prekäre Lage brachten sie sich mit einer Niederlage im Stadion De Grolsch Veste. Dabei hätte die Partie kaum unglücklicher beginnen können. "Das erstes Tor war klares Abseits", haderte Fred Rutten zu Recht damit, dass das türkische Gespann die Abseitsstellung des Torschützen Robbie Wielaert nicht ahndete (2.). "So laufen wir von Anfang an dem Spiel hinterher. Dazu kommt, dass die Riesenchance von Asamoah nicht nutzen und der Pfostenschuss von Heiko Westermann leider ebenfalls nicht drin ist. Das ist typisch für unsere Lage."

Nach der Pause erhöhten die Schalker noch einmal den Druck. Der Ausgleich lag in der Luft, doch stattdessen erhöhte Kenneth Perez mit einem sehenswerten Tor aus der Drehung auf 2:0 (55.). Dennoch gaben sich die Knappen nicht auf. "Wir haben in der zweiten Halbzeit gekämpft, richtig mit Leidenschaft versucht, das Spiel noch auf unsere Seite zu bringen." Vor allem Fabian Ernst boten sich immer wieder Möglichkeiten, doch immer wieder waren es ein paar Zentimeter, die dem Mittelfeldspieler und seinen Kollegen fehlten. Noch in der 90. Minute hatte Benedikt Höwedes das 2:2 auf dem Fuß. "Wir hatten Chancen, aber wir haben sie leider nicht gemacht. Es tut weh, auf so eine Weise zu verlieren."

Somit mussten die Knappen die fünfte Niederlage in den vergangenen sechs Pflichtspielen hinnehmen. "Ich bin überzeugt, dass wir das drehen, aber das geht nur mit sehr harter Arbeit. Die war heute da.", sagte Rutten, der indes einräumte: "Mit dem Weiterkommen wird es nun schwer."

So niedergeschlagen die Knappen waren, so euphorisch freuten die Gäste über den Sieg. "Wir wussten, dass wir stark sein mussten, alles geben mussten und auch Glück benötigen würden", sagte Trainer Steve McClaren. "Das hatten wir heute beim ersten Tor, das wohl Abseits war. Aber über 90 Minuten gesehen hatten wir aus meiner Sicht den Sieg verdient aufgrund der Arbeit, die wir auf dem Platz geleistet haben. Jeder im Verein nach einer großen europäischen Nacht kann stolz auf die Spieler sein."

Das waren die 24.000 Zuschauer, die sich zudem darüber freuten, dass auch der befreundete Gästeblock das Team des FC Twente nach dem Abpfiff mit einer La Ola feierte. "Schalke bedankt!" hallte es als Anerkennung für die Geste durch das Schmuckkästchen. Für die Königsblauen an diesem Abend ein schwacher Trost.

Twente: Boschker - Stam (63. Wellenberg), Douglas, Wielaert, Braafheid  - Brama -Janssen, Perez (75. Tiote) - Arnautovic (90. Denneboom), N'Kufo, Elia
Schalke: Neuer - Rafinha, Höwedes, Krstajic, Westermann - Ernst - Jones (69. Altintop), Engelaar - Asamoah, Kuranyi, Farfan
Tore: 1:0 Wielaert (2.), 2:0 Perez (55.), 2:1 Asamoah (77.)
Schiedsrichter: Cakir (Türkei)
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Boschker, Brama, Perez - Kuranyi

 



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