1933-1945, Teil 2: 14 Endspiele bringen sieben Titel

Der Jubel kennt keine Grenzen: Beim 9:0 über Admira Wien stellt Schalke einen Endspielrekord auf - Ernst Kalwitzki mit fünf Toren ebenfalls. Foto: FC Schalke 04Die nationalsozialistische Diktatur bringt auch für den Sport gravierende Änderungen. Die sogenannten "bürgerlichen" Sportverbände, also auch der DFB, passen sich an, sie werden ebenso "gleichgeschaltet" wie ihre Vereine. Die alten Landesverbände werden aufgelöst und weichen einer neuen regionalen Struktur. Es gibt nun 16 Gaue mit jeweils einer obersten Gauliga mit zehn Vereinen. Schalke 04 spielt in der Gauliga Westfalen.

Zum ersten Mal Deutscher Meister: Nach einem 2:1-Sieg über den 1. FC Nürnberg übernimmt Schalke 04 für ein Jahrzehnt die Herrschaft in Fußball-Deutschland.Von 1933/34 bis 1943/44 gewinnt Schalke elf Mal in Folge die Westfalenmeisterschaft - teilweise so überlegen, dass der Abstand zum Zweitplatzierten mehr als zehn Punkte beträgt. Das bedeutet jedes Mal auch die Qualifikation für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Mit Ausnahme von 1936, als im Halbfinale Schluss ist, erreicht Schalke zwischen 1933 und 1942 jeweils das Finale. Von diesen neun Endspielteilnahmen werden sechs gewonnen: 1934, 1935, 1937, 1939, 1940 und 1942.

Trainer Hans "Bumbas" Schmidt (1893-1971): Der knorrige Franke kommt im Ruhrpott gut an und ebnet zwischen 1933 und 1938 den Erfolgsweg. Foto: FC Schalke 04Das Abschneiden im 1935 neu eingeführten Deutschen Pokal, zunächst Tschammer-Pokal genannt, ist ebenfalls beeindruckend - wenn auch bei fünf Endspielen nur ein Titelgewinn herausspringt: Der Pokalgewinn 1937 bedeutet zugleich das erste "Double" im deutschen Fußball. Außerdem erreicht der Klub 1935, 1936, 1941 und 1942 das Pokalfinale. Die Gründe für die Dominanz sind vielfältig: Den Kern ihrer Mannschaft um Ernst Kuzorra, Fritz Szepan, Otto Tibulsky, Adolf Urban, Ernst Kalwitzki, Hans Bornemann, Otto Schweisfurth, Hans Klodt, Rudi Gellesch, Ernst Poertgen, Walter Berg und Hermann Eppenhoff können die Königsblauen über viele Jahre zusammenhalten. Der "Schalker Kreisel" ist zudem ein meist überlegener Spielstil. Und Hans "Bumbas" Schmidt, Schalke-Trainer 1933 bis 1938, versteht es, das mit hervorragenden Einzelkönnern gespickte Team in die richtige Bahn zu lenken.

Die glorreichen Schalker: Der Schalker Kreisel schleudert die meisten Gegner vom Feld. Sieben Meisterschafts- und Pokaltrophäen wandern zwischen 1934 und 1942 an den Schalker Markt. Foto: FC Schalke 04Erst 1942, drei Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, lässt die Schalker Dominanz langsam nach. Immer mehr Einberufungen von Spielern zum Kriegsdienst, die zunehmenden Bombenangriffe auf Revierstädte beeinträchtigen auch den Schalker Spielbetrieb. Das vorläufig letzte Pflichtspiel des S04 findet am 21. Oktober 1944 in der Bereichsklasse Westfalen statt. Am 6. November 1944 zerstört ein alliierter Bombenangriff die Gegend um den Schalker Markt, die Glückauf-Kampfbahn ist unbespielbar.

 



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